Im Sommer 2002 hat das für das Bauwesen zuständige technische Komitee der ISO (TC 59) beschlossen, ein Normungsprojekt für nachhaltiges Bauen zu beginnen. Das TC arbeitet mit dem Sekretariat und dem Vorsitz aus Norwegen, das Subkomitee (SC) hat Sekretariat und Vorsitz in Frankreich. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit werden jedoch bisher nur die allgemeinen Grundsätze und die Indikatoren behandelt, die Deklaration von Bauprodukten und die Gebäudebewertung werden nur unter Umweltgesichtspunkten erarbeitet.
Die Norm "ISO 15392:2008 Sustainability in building construction - General princibles" enthält für den Bausektor spezifische Grundsätze für nachhaltiges Bauen, wobei alle Arten von Gebäuden im Hochbau betrachtet werden. Außerdem werden die Aufgabe und Position der verschiedenen Unterprojekte im SC 17 dargestellt und wichtige Begriffe und Definitionen erläutert. Momentane Aktivitäten der WG1 konzentrieren sich auf die Bearbeitung und Abstimmung eines Fachberichts zur Terminologie (ISO/DTR 21932).
Weiterhin wird unter Leitung Frankreichs ein „Guidance Document“ (ISO/NP TS 12720 ) bearbeitet, welches sich als eine Art Leitfaden und Umsetzungshilfe zur Norm versteht.
Federführung: Schwedisches Normungsinstitut SIS
Die Arbeit in WG2 „Sustainability Indicators“wurde neu formiert. Unnter der Leitung von Tarja Häkkinen, Finnland, wurden Kriterien entwickelt, die künftig im Minimum in Bewertungs- und Zertifizierungssystemen Anwendung finden sollen. Die Ergebnisse der Arbeiten werden in der künftigen ISO 21929-1 zusammengefasst.
In dieser working group wurde die Norm "ISO 21930:2007 Sustainability in building construction - Sustainability indicators - Part 1: Framework for development of indicators for buildings" erarbeitet. Die Norm gibt Grundlagen an für die Formulierung von PCR Dokumenten für Bauproduktgruppen. Die PCR Dokumente enthalten dann die spezifizierten regeln für die betreffenden Produkte. Die Grundlagen sind so ausgerichtet, dass Einzeldeklarationen von Baumaterialien und Bauteilen zu Gesamtdeklarationen von komplexen Bauteilen und schließlich Gebäuden zusammengefügt werden können.
Federführung: Norwegisches Normungsinstitut NSF
In der ISO 21931-1 Sustainability in building construction – Framework for the assessment of the environmental performance of construction works – Part 1: Buildings.
Die Grundlagen einer Beschreibung der Umweltqualität von Gebäuden sollen formuliert werden. Dabei werden die weltweit sehr unterschiedlichen Systeme zur Erfassung und Bewertung dieser Eigenschaften berücksichtigt.
Federführung: Japanisches Normungsinstitut JISC
Die Ergebnisse der Arbeit sollen in der künftigen ISO 21929-2 Sustainability in building construction – Sustainability indicators – Part 2: Framework fort he development of indicators for civil engineering works unter Leitung Spaniens zusammengefasst werden. Begonnen wurde mit Arbeiten zur Entwicklung von Indikatoren und zur Festlegung des funktionalen Äquivalents als Voraussetzung für die Festlegung des Bewertungsgegenstandes und seiner Systemgrenzen.

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