6. Gesundheit, Behaglichkeit und soziokultulturelle Aspekte

Gebäude, in denen sich Menschen aufhalten, müssen den Bedürfnissen ihrer Nutzer entsprechen und sollten ein hohes Maß an Wohlbefinden gewährleisten.


Die Wirkung eines Gebäudes des Bundes nach innen und nach außen stellt ein Spiegelbild der demokratischen Kultur dar. Sowohl der Umgang mit dem Bürger als auch die Schaffung von historischen Werten kann sich in der Wirkung der Gebäude ausdrücken und ist daher bei der Bewertung zu berücksichtigen.


Gefährdungen der Gesundheit durch Problemstoffe müssen zuverlässig ausgeschlossen werden. Einvernehmliches Ziel ist, die auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten vertretbaren bestmöglichen Bedingungen für den Aufenthalt in Innenräumen zu schaffen.


Einfluss auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Menschen haben wesentlich: 


Die in diesem Zusammenhang planerisch festzulegenden physikalischen Parameter sind auf Grundlage der vorhandenen technischen Regelwerke (DIN, VDI-Richtlinien, AMEV-Hinweise etc.) in Abwägung der Anforderungen des konkreten Einzelfalls zu ermitteln.


Anforderungen an die Gesundheitsverträglichkeit von Bauprodukten sind über das Bauproduktengesetz in die Bauordnungen der Länder aufgenommen worden.


Mit dem Ansatz der europäischen Bauproduktenrichtlinie, der nationalen Umsetzung und der internationalen und europäischen Normung und Zulassung von Bauprodukten werden Bauprodukte systematisch und ganzheitlich hinsichtlich von acht Anforderungen behandelt. Diese Forderungen sind:


Erkannte Gesundheitsrisiken müssen somit bei Bauproduktspezifikationen beachtet werden.


Die soziale Nachhaltigkeit enthält eine Vielzahl von Dimensionen. Die Erhaltung der menschlichen Gesundheit und des Wohlbefindens sind ebenfalls wichtiger Bestandteil. Viele Beeinträchtigungen der Lebensqualität und Krankheiten werden von Umweltfaktoren verursacht oder verstärkt. Für den Baubereich betrifft dies sowohl Menschen, die in Gebäuden leben, als auch Menschen, die Gebäude erstellen. Die Anforderungen an Gesundheit und Behaglichkeit sind in Anlage 3 zu finden.


Öffentliche Gebäude stehen wegen ihrer meist exponierten Lage und Funktion verstärkt im Blickfeld der Öffentlichkeit. Ihnen kommt eine Vorbildfunktion zu, die auch einen gestalterischen Anspruch hat. Sie bilden einen wichtigen Teil unserer Baukultur und spiegeln das Selbstverständnis unserer Gesellschaft wider. Im Verhältnis von Staat und Bürgern sind sie ein stabiler Faktor mit einer besonderen Verantwortung. Werden sie ihrer Vorbildfunktion gerecht, entsteht zugleich eine besondere Wertschätzung und Wertbeständigkeit. Interesse am Erhalt dieser Gebäude, an ihrer Bestandspflege als Zeitzeugen, an behutsamer Anpassung sind Faktoren nachhaltigen Bauens, die neben den allgemein ökologischen und ökonomischen Aspekten gleichermaßen in die Gestaltung einzubeziehen sind.


Eine weitere Komponente ist die Einführung von Mechanismen, um die Nutzer eines Gebäudes durch geeignete Maßnahmen zu einem sparsameren und damit umweltverträglicheren Verhalten anzuregen. Die Visualisierung (Nutzerfeedback) der eigenen Verbräuche (Heizenergie, Strom, Wasser etc.) ist ein geeignetes Mittel, um diese Verbräuche zu reduzieren.

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