Neubau eines Dienstgebäudes für das Umweltamt Dessau
Städtebau und Architektur
Die Liegenschaft befindet sich in zentraler, städtebaulich und landschaftlich prägnanter Lage im sogenannten „Gasviertel“ Dessau. Die Grundstücksgröße beträgt 27.337 m².
Die Bestandsbauten wurden bereits 1995 überwiegend abgerissen. Das städtebauliche Umfeld ist sehr heterogen, im Westen mit zentraler verkehrlicher Infrastruktur, im Osten mit Wohnungsbauten und im Süden mit Resten der Industriegebäude.
Das Hauptgebäude ist eine Stahlbetonskelettkonstruktion. Die Außenfassade ist als Holz-Bandfassade gestaltet.
Der Fensterflächenanteil ist unter Berücksichtigung solarer Gewinne, sommerlichen Wärmeschutzes und Tageslichtnutzung optimiert.
Die Innenwände werden teilweise aus Lehm errichtet. Die Stahlbetondecken sind überwiegend nicht abgehängt.
Die Flachdächer der „Gebäudeschlange“ werden extensiv begrünt bzw. für Solarkollektoren genutzt.
Entscheidungsprozess zur Umsetzung des nachhaltigen Bauens am Beispiel Außenfassade
Umsetzung:
- Erarbeitung eines Pflichtenheftes Ökologie/ Energie/ Baunutzungskosten
- Leitfaden Nachhaltiges Bauen BMVBW war Planungsgrundlage
- Begleitung der Planung und Ausführung durch interdisziplinäre Arbeitsgruppen und Fachexperten
- IR-Thermografie und Luftdichtigkeitstest am Modellelement und am Gebäude
Bewertung der Nachhaltigkeit:
- Ergebnis umfangreicher Variantenuntersuchungen unter Einbeziehung von Ökologie, Ökonomie, Architektur
- Entscheidung für Holz-Holz-Fassadensystem aus ökologischen und soziokulturellen Gesichtspunkten
- Dabei wurde die Gewichtung der Nachhaltigkeitsindikatoren kontrovers diskutiert.
Ökologie
- Minimierung des Energiebedarfs (Niedrig-Heizenergiehausstandard, eingeschränkte Warmwasserbereitstellung, Minimierung des Elektroenergieeinsatzes und des Kältebedarfes)
- Planung energiesparender haustechnischer Anlagen (Niedertemperaturheizung, energetisch optimierte RLT-Anlagen, Wärmerückgewinnung, Erdwärmetauscher 76.000 m³/h)
- Ökologische Grundversorgung Wärme, Strom, Kälte
- 20 %ige Deckungsrate aus regenerativen Energien
- Einsatz umwelt- und gesundheitsverträglicher Baustoffe (Planungs- und Baubegleitung, ökologische Wirkungsabschätzungen, Prüfzeugnisse für Materialien, Baustoffkataster, Bautagebuch)
Energetisch ökologisches Konzept
- ökologische Baustoffauswahl z.B. Holzfassade,Zellulosedämmung, Lehmtrennwände
- Vakuum Röhren Solaranlage
- solargestützte Kälteerzeugung
- begrüntes Dach und Atrium
- Wärmerückgewinnung 74%
- Erdwärmetauscher Systemlänge 5km
- Photovoltaik
- Optimierung der Tageslichtnutzung
- Präsenz u. lichtabhängige Bürobeleuchtung
- 51% Unterschreitung der WSchV 95
- Minimierung der Transmissionswärmeverluste
- Fernwärme aus Deponiegas
Ökonomie
| Bereich | Info/Wert |
|---|---|
| Gesamtinvestitionen KG 200-700 | 63.047.000 Euro |
| (ohne KG 710 bis 740) | |
| Erwartete Betriebskosten | |
| Flächenkennwerte | |
| HNF/BGFa 0,438 | |
| A/V 0,33 1/m | |
| mittlere Geschosshöhe | |
| 3,0 m (Büroetagen) | |
| 5,0 m (gesamt) | |
| Sonstige Aspekte | |
| Reurbanisierung und Revitalisierung Industriebrache | |
| Nutzung Bestandsgebäude | |
| Entscheidung nach Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen |
Sozio-kulturell
Gesundheit und Behaglichkeit
- Sommerlicher Wärmeschutz: max. 200 h über 26°C
- bedarfsgerechte Lüftung durch Lüftungsanlagen
- hoher Standard für den Schallschutz
- Tageslichtlenkung Atrium
- Barrierefreiheit im gesamten Gebäude







