Bundesausführungsbehörde für Unfallversicherung (BAfU) in Wilhelmshaven
Städtebau und Architektur
Der Stadtteil „Südstadt“ zählt mit seinen gründerzeitlichen Bauten zur „Keimzelle“ der Wilhelmshavener Siedlungsgeschichte.
Das Grundstück liegt in exponierter Lage am Südrand der Innenstadt von Wilhelmshaven mit Blick auf den Großen Hafen. Auf dem Grundstück steht das ehemalige Marinelazarett als das älteste Garnisonsgebäude der Stadt.
Im Schnittpunkt einer „grünen“ Nord-Süd-Achse zum Wasser und einer Ost-West-Achse als Verbindung zwischen Hafen und innerstädtischem Bereich hat sich das unmittelbare Gebiet um die Bundesausführungsbehörde für Unfallversicherung in den letzten Jahren zunehmend zu einem der attraktiven und abwechslungsreichen Standorte am Wasser entwickelt.
Das Projekt besticht durch die gelungene bauliche Ergänzung der historischen Baustruktur. Zwischen die beiden Seitenflügel ist als Erweiterung ein u-förmiger Neubau geschoben. Er stellt die Giebelseiten der Seitenflügel frei und macht die dreiflügelige Anlage des Altbaus weiterhin erlebbar.
Der Übergang zwischen Alt- und Neubau mit verglasten Treppenhäusern macht die Zusammenfügung des Ensembles deutlich und greift nur minimal in die historische Bausubstanz ein.
Die farbliche Fassung des Altbaus lehnt sich an originale, historische Befunde an, nimmt aber Rücksicht auf die technischen und wirtschaftlichen Grenzen einer originalgetreuen Wiederherstellung.
Entscheidungsprozess zur Umsetzung des nachhaltigen Bauens am Beispiel Alt-/Neubau
Umsetzung:
- Ergebnis umfangreicher Variantenuntersuchungen unter Einbeziehung von Ökologie, Ökonomie, Architektur
- Entscheidung für Holz-Holz-Fassadensystem aus ökologischen und soziokulturellen Gesichtspunkten
- Dabei wurde die Gewichtung der Nachhaltigkeitsindikatoren kontrovers diskutiert.
Bewertung der Nachhaltigkeit:
- Umbau und Erweiterung waren Ausgangspunkt für eine Entwicklung von
verträglichen Nutzungen aus Wohnen, Verwaltung, Dienstleistungen und
kulturellen Einrichtungen am Wasser. - Mit dem Umbau wurde eines der wichtigsten historischen Gebäude wiedergewonnen, das über mehrere Jahre nicht genutzt wurde.
- Nachhaltigkeit in der Architektur stellt sich hier dar durch ressourcenschonendes und umweltverträgliches Bauen.
- Das erfolgte durch eine ganzheitliche Betrachtung einzelner Komponenten, die sich an ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielen orientierten.
Diese waren- Standortentscheidung für das Grundstück
- Einbindung in das Stadtbild, Denkmalpflege
- Einsatz ökologisch verträglicher Baustoffe
- Arbeitsplatzqualität (Licht, Luft, Ausblick etc.)
- günstige Flächen- und Raumökonomie
- günstige Betriebskosten
- Büromöbelkonzept
Ökologie
- Begrenzung der Gebäudehöhen und –tiefen mit Rücksicht auf einen sparsamen Energieverbrauch durch natürliche Belichtung und Belüftung (Arbeiten mit Tageslicht)
- Ausrichtung (und Gestaltung) der Fassaden einschl. Dachformen zur passiven und aktiven Nutzung der Sonnenenergie; Photovoltaikanlage (vorgerüstet)
- Standard Niedrigenergiehaus; kontrollierte Be- und Entlüftung grundsätzlich mit Wärmerückgewinnung
- Maßnahmen zum sparsamen Umgang mit Leitungswasser
- Bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb wurde die Verwendung von Baustoffen, Materialien und Bauteilen angestrebt, die hinsichtlich Gewinnung, Transport, Verarbeitung, Funktion und Beseitigung eine hohe Gesundheits- und Umweltverträglichkeit sowie eine hohe Lebensdauer aufweisen.
- Verwendung schadstoffarmer und wenn möglich schadstofffreier Baustoffe
Ökonomie
| Bereich | Info/Wert |
|---|---|
| Gesamtinvestitionen | 15.387.000 Euro |
| Betriebskosten (2003) | 297.000 Euro/a |
| Flächen | |
| NF/BGFa | 0,38 |
| Anteil versiegelter Flächen an Grundstück | ca. 25 % |
| sonstige Aspekte | |
| Entwicklung eines Büromöbelsystems | |
| Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen |
Sozio-kulturell
Gesundheit und Behaglichkeit
- Nachweise zur Raumlufthygiene, zur Lüftung, zum Schallschutz
- maximale Nutzung des Tageslichtes
- natürliche Lüftung des Gebäudes
- besondere Planung hinsichtlich Barrierefreiheit (DIN 18024 / 18025 Blatt 1, 2 waren Planungsgrundlage)






