Neubau des Kompetenzzentrums für Nachhaltiges Bauen in Cottbus
Städtebau und Architektur
Das Grundstück befindet sich im Gewerbegebiet des Vorortes Dissenchen im Osten von Cottbus. Die räumlichen Strukturen, deren Größe und Zuordnung basieren auf der Grundlage der „Planungshilfe für überbetriebliche Berufsbildungsstätten ÜBS“ des Bundesinstituts für Berufsbildung BIBB. Die Grundstücksgröße beträgt 19.520 m². Der Gebäudekomplex befindet sich auf dem nördlichen Teil des Grundstückes mit einer Ausrichtung der Gebäudeachse in Ost-West-Richtung.
Der Kopfbau ist eine Pfosten-Riegelkonstruktion. Die Außenfassade ist als lasierte
Holzfassade (Stulpschalung) mit Cellulosedämmung ausgeführt, wobei die Außenwandelemente in Holzständerbauweise vorgefertigt wurden.
Die Außenfassaden der Werkstatthallen bestehen aus Holzfassadenplatten mit Cellulosedämmung auf verschiedenen Tragkonstruktionen (massive und Holzständer-Bauweise), die Innentrennwände sind in Holzständerbauweise
Entscheidungsprozess zur Umsetzung des nachhaltigen Bauens
am Beispiel Belichtungskonzept für Werkhallen
Umsetzung:
Variantenvergleich für Konstruktions- und Materialauswahl für die Shed-Oberlichter:
- Ziel: Arbeitsplatzsituation mit optimaler Tageslichtnutzung sowie der Reduzierung von direkter Sonneneinstrahlung und Blendwirkung
- Grundkonstruktion (Sheddach) des Wettbewerbentwurfes wurde beibehalten
Bewertung der Nachhaltigkeit:
- Bewertung der Konstruktionsvarianten durch Projektgruppe
- Bewertung nach folgenden Nachhaltigkeitskriterien (in Reihenfolge der
Gewichtung): Gesundheit, Ökonomie, Ökologie, Architektur - Mehrstufige Simulationsrechnung zur Optimierung der Tageslichtnutzung
- Gewählte Konstruktion: Verglasung aus Polycarbonat-Stegplatten
- Monitoring zur Tageslichtnutzung (Erfahrungen aus der Nutzung im Bezug
auf die unterschiedlichen Belichtungsflächen) - Messungen und Erfahrungen werden den Annahmen aus dem
lichttechnischen Gutachten der Planungsphase gegenübergestellt - Mehrkosten in Höhe von 470.000,–DM wurden den Betriebskosten
Ökologie
- Optimierter Wärmeschutz, optimale Nutzung solarer Gewinne, Wärmerückgewinnung bei Lüftungsanlagen, Brennwerttechnik
- Einsatz wassersparender Armaturen im Bereich WC, Sanitärzellen, Küche
- Reduzierter Strombedarf (Tageslichtnutzung, mehrstufige
Simulationsrechnung zur Optimierung der Tageslichtnutzung) - Nutzung regenerativer Energien; Nutzung Erdwärme/-kälte (Erdwärmetauscher)
- ökologische Bewertung von Baumaterialien (Deklarationsraster); Dokumentation Stoffströme
- Anwendung eines EDV-Programms hinsichtlich ökologischer und konomischer Optimierungspotenziale
- Bodenaushub (Verbleib auf der Liegenschaft)
- Abfallkonzept, Regenwassernutzung, Recyclinganteil
Ökonomie
| Bereich | Werte |
|---|---|
| Betriebskosten (2003) | 58.750 Euro/a |
| Flächen | |
| NF/BGFa | 0,71 |
| sonstige Aspekte | |
| Nutzung Erdwärme/-kälte durch Erdwärmetauscher | |
| Anlage zur solargestützten Warmwassererzeugung |
Sozio-kulturell
Gesundheit und Behaglichkeit:
- Konzept „Baukörper = Lehrkörper“ (ökologischer und pädagogischer
Anspruch) - Kontrollmaßnahmen / Planungsleistungen hinsichtlich
- Behaglichkeitsanforderungen (Raumluftqualität, Tageslichtnutzung)
- „Lehrpfade“ (z.B. gläsernes Abwasserrohr, Verbrauch)
- Natürliche Lüftung des Gebäudes und Nachtauskühlung







