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10.07.2015

Grundsanierung des Bundesverfassungsgericht mit dem BNB-Nachhaltigkeitssiegel in Silber ausgezeichnet!

Das Gebäude wurde vom Landesbetrieb Bundesbau Baden-Württemberg von 2011 bis 2014 grundlegend saniert. Die Durchführung der Maßnahme oblag dem Staatlichen Hochbauamt Karlsruhe. So wurde die Gebäudehülle hinsichtlich winterlichem und sommerlichem Wärme­schutz durch Ausbau der kompletten Fassade und Einbau neuer, geschosshoher Holzfensterelemente mit Wärmeschutz­verglasung, Sonnenschutzjalousien und vollgedämmten Brüstungsbereichen wesentlich verbessert. Die Decken über Außenluft, die Dächer und die Wandbereiche der Gebäudesockel wurden optimal gedämmt. Schadstoffhaltige Baustoffe wurden fachgerecht ausgebaut. Historische Holzvertäfelungen und Einbaumöbel wurden aufwändig restauriert. Die Außenanlagen wurden komplett neu gestaltet.

Im Ergebnis zeigt sich das fast 50 Jahre alte Gebäude heute auf dem neuesten Stand der Technik. So unterschreitet das Gebäude durch die energetische Modernisierung die gesetzlichen Anforderungen an den Primärenergiebedarf von modernisierten Altbauten um 52% und liegt damit selbst gegenüber einem Neubau um ca. ein Drittel besser. Erreicht werden konnte dieses durch die wesentliche energetische Verbesserung der Fassaden und Dächer sowie dem Einsatz effizienter Technik und den Einsatz erneuerbarer Energien. Neben der Beheizung des Gebäudes durch Fernwärme wird das Gebäude im Sommer durch den Einsatz von Brunnenwasser zur Kühlung sowie einer Photovoltaikanlage mit 31.400 kWh Jahresertrag regenerativ versorgt. Durch den konsequenten Einsatz von hochmodernen LED-Leuchten sowie den Einsatz modernster Gebäudetechnik konnte der Energiebedarf deutlich reduziert werden. In Zeiten steigender Energiekosten ist dies eine Investition in die Zukunft, schließlich wirken sich diese ökologischen Maßnahmen auch positiv auf die laufenden Bewirtschaftungskosten aus.

Neben dem Ziel, den Energiebedarf und damit die Betriebskosten zu reduzieren, stand gleichwertig im Focus, den Nutzerkomfort zu verbessern. So wurden alle Büros mit effizienten Kühldecken bzw. modernen Coolwave-Kühlelementen ausgestattet. Der Einbau eines vollautomatischen perforierten Sonnenschutzes hilft im Sommer, den Kühlbedarf des Gebäudes zu reduzieren, und ermöglicht den Nutzern auch bei geschlossenem Sonnenschutz den Sichtkontakt nach außen.

 

Auch an die Gesundheit des Gerichts und der Besucher wurde gedacht. So wurden ausschließlich umwelt- und gesundheitlich unbedenkliche Materialien eingebaut. So wurde sichergestellt, dass durch die Bauprodukte keine Belastung der Raumluft einhergeht.

Allen Planungen und Baumaßnahmen einher ging eine intensive Abstimmung mit dem Denkmalamt, schließlich ist das von Paul Baumgarten von 1965 bis 1969 errichtete Gebäude ein wichtiges Zeitzeugnis. Die Herausforderung, ein denkmalgeschütztes, fast 50 Jahre altes Gebäude ausgezeichnet nachhaltig zu sanieren, würdigte jüngst auch die Bundesarchitektenkammer mit einer Anerkennung für den deutschen Architekturpreis.

Die Übergabe der Zertifizierungs-Urkunde in Silber erfolgte am 10.07.2015 durch Ministerialdirigent Günther Hoffmann, Leiter der Abteilung Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit 
an Peter Weigl, den Direktor des Bundesverfassungsgerichts.

Die Konformitätsprüfung oblag der Betriebsleitung Bundesbau Baden-Württemberg, vertreten durch Herrn Finanzpräsiden Reiner Trunk.

Auditor der BNB-Zertifizierung war Herr Dipl.-Ing. Jan Zak vom Büro
ikl Ingenieurbüro Prof. Dr.-Ing. Kunibert Lennerts GmbH, Karlsruhe.

Von: Baden-Württemberg, Staatliches Hochbauamt Karlsruhe